Der Bitcoin, die Flutkatastrophe und der Klimawandel

Bitcoin und der Klimawandel

Es wird so viel über den Bitcoin und Kryptowährungen gesprochen. Nun eben auch zu den aktuellen Themen rund um den Klimawandel.

Am Sonntag, den 18.07.2021 lief in der ARD die Sendung der Presseclub  zur gewohnten Zeit um 12.00 Uhr. Eingeladen zu dem Thema Flut-Katastrophe und Sahara Hitze: Welche Klimapolitik brauchen wir?, war auch der Diplommeteorologe Sven Plöger.

Ist nicht eigentlich alles schon gedacht, aber nicht gemacht?

Dass dem griechischen Philosophen Heraklit zuerkannte Zitat –pantha rei- frei übersetzt, alles fließt und die sich daraus entwickelte Flussleere sagt mit kurzen Worten: Aus allem Eins und aus einem Alles

Auch der deutsche Philosoph Johann Gottlieb Fichte schreibt als Epilog in seiner Veröffentlichung -Die Bestimmung des Menschen- folgendes:

In jedem Momente ihrer Dauer ist die Natur ein zusammenhängendes Ganze; in jedem Moment muss jeder einzelne Teil derselben so sein, wie er ist, weil alle übrigen sind wie sie sind. Der Epilog endet mit der Vorstellung eines großen Sandberges, dessen Sandkörner ihre Lage nicht verändern dürfen, da man dann genötigt würde die ganze Vergangenheit ins Unbestimmte hinauf und die ganze Zukunft ins unbestimmte herab zu denken.

Sven Plöger bringt es auf den Punkt

Um die 38. Minute der Sendung zum Thema „Flut-Katastrophe und Saharahitze Welche Klimapolitik brauchen wir?“, meldet sich Herr Plöger zu Wort. Er hält sich nicht an das Thema und sagt der Bitcoin müsste abgeschafft werden. Für eine Überweisung auf ein Bitcoin-Konto werden 300 Kilowatt Strom verbraucht und dabei werden 150 kg CO2 erzeugt. Moderat gerechnet könnte man mit einem 6 Liter Auto dann 1100 km fahren. Damit brachte er es voll auf den Punkt. Irgendwie hängt Alles mit Allem zusammen.

Die Energiekosten der Kryptowährung

Wenn man sich die Energiemenge ansieht, die das Mining, so nennt sich die Erschaffung eines Stückes der digitalen Kryptowährung  ansieht, ist der momentane  Energieverbrauch so hoch, wie der von ganz Italien. Um die hohen Stromkosten bezahlen zu können, stehen 97% der Rechner in China. Dort beträgt der Strompreis, die Zahlen sind vom Dezember 2020, rund 7 Cent für eine Kilowattstunde. Vielleicht eröffnet deshalb dort jede Woche ein neues Kohlekraftwerk . Der Professor an der Arizona State Universität Timothy Petersen hat bezüglich der Bitcoinwährung  etliche Studien angestellt und kommt zu dem Ergebnis, dass täglich mindestens 1500 Bitcoins verloren gehen, weil Bitcoinbesitzer den Schlüssel zu ihren Krypto-Wallets (Brieftasche) verloren haben. Zurzeit gehen, seine These, täglich mehr Bitcoins verloren als geschaffen werden. Jeder neu erschaffene Bitcoin erhöht aber weiter den Energiebedarf.

Wie sieht es bei uns aus?

Bei uns werden Windräder gebaut für die mindestens 1600 Tonnen Beton, das sind rund 650 Kubikmeter, und 87 Tonnen Bewehrungsstahl im Boden versenkt werden. Für die Renaturierung ist eine Rücklage von 10% der Herstellungskosten vorzuhalten. Für die Auslastung der Bio-Gas Anlagen in Baden-Württemberg, dem drittgrößten Bundesland Deutschlands,  wird zum Anbau des Mais eine Fläche von 200 Quadratkilometern gebraucht, die für eine andere Nutzung nicht mehr in Frage kommt. Für eine Kilowattstunde, erzeugt durch eine Photovoltaikanlage, benötigt man 6,5 qm Fläche. Uns werden Elektroautos ans Herz gelegt. Wir bezuschussen sogar die Vergärung von Gülle mit mehr als 20 Cent, um die hochgesteckten Ziele für die Nutzung erneuerbarer Energien zu erreichen und den CO2 Ausstoß zu senken. Jetzt denken  sogar Facebook und die Europäische Gemeinschaft darüber nach, Kryptowährungen einzuführen.

Wer akzeptiert  die neue Währung jetzt schon?

Bei einigen Fluggesellschaften kann schon mit Bitcoin bezahlt werden. Zu den großen Gesellschaften, die Bitcoins entgegennehmen gehören neben Microsoft, Dell und Expedia auch WordPress und Lieferando. Und es werden immer mehr.

Jede einzelne Bezahlung mit der Kryptowährung verursacht einen C02 Ausstoß von 150 kg.

Der einzige, der in der sonntäglichen Talkrunde über den Tellerrand sah, war der Diplom Meteorologe Sven Plöger.

Wir können uns zur Rettung der Erde und zur Reduzierung des C02 Ausstoßes keine Kryptowährung leisten, die stetig ihren Energiebedarf erhöht, den wir niemals mit erneuerbaren Energien deckeln werden können. Wenn eine Überweisung mit Bitcoin mehr Strom benötigt als zwei Kühl-Gefrier-Kombinationen im Jahr, dann ist da was faul.

Alles hängt mit Allem zusammen. Bewegen wir also nur so wenige Sandkörner von ihrer Stelle, dass nicht gleich der ganze Berg zusammenfällt.

Bildquelle: Pixabay-User jaydeep_

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