Was wir aus den beiden Filmen „Wall Street“ gelernt haben

Gordon Gecko alias Michael Douglas war die mehr oder weniger verbrecherische, zentrale Figur der beiden Wall Street Filme und diese Figur zeigte etwas auf, was sich in der Realität bestätigen sollte. Das ein unkontrollierter Finanzmarkt nicht nur einzelne Unternehmen ruinieren kann, sondern ganze Staaten und, wie es die Bankenkrise des letzten Jahrzehntes bewies, die Weltwirtschaft ins Trudeln bringen kann.

Worum ging es in Wall Street?

Grundsätzlich beinhaltete das Filmgeschehen des ersten Wall Street Filmes aus dem Jahr 1987 die Spekulation um Börsennotierte Unternehmen und wie sich diese Spekulation durch Insider-Informationen manipulieren lässt. Im zweiten Teil, uraufgeführt im Jahr 2010, missbraucht Gecko nach seiner Haftentlassung das Geld der eigenen Familie für Finanzinvestitionen. In beiden Filmen gibt es ein mehr oder weniger glückliches Happy End, wie das nun einmal bei den meisten Hollywood-Produktionen der Fall ist, obwohl der Regisseur Oliver Stone eher für kontroverse Themen steht.

Was ist die Kern-Aussage der Filme?

Die Thematik beider Filme kreist um Geld und die Gier nach Geld, nichts anderes. Stone versucht dabei, die Zusammenhänge zwischen abgekoppelten Börsenspekulationen und dem herumschieben von Werten als dem irrealen Teil und den realen Teil mit Arbeitnehmern und dem Schicksal von Familien zu verknüpfen. Das also eine Aktion eines Börsenmaklers eine ganze Kettenreaktion auslöst, ohne das sich der Makler dieses Umstandes wirklich bewusst ist. Er oder Sie handelt schließlich nur mit abstrakten Werten, die für den Händler in keinerlei Beziehung zu der Realität aus tatsächlich Wert schöpfenden Dingen besteht. Oliver Stone zeigte in beiden Filmen, obwohl diese in Abständen von 23 Jahren gedreht wurden, das gerade das amerikanische Finanzgebaren eine unglaubliche Brutalität an den Tag legt, dessen Wurzeln aber in der amerikanischen Gesellschaftsstruktur zu suchen ist, die bis heute den „Sieger“ glorifiziert und den „Verlierer“ zur Wertlosigkeit verdammt.

Trailer zum 2. Teil aus dem Jahr 2010

Was haben wir tatsächlich gelernt?

Wie jeder einzelne zu Börsenspekulationen steht, ist sicherlich eine Frage der Erziehung, des kulturellen Hintergrundes und auch zu einem guten Teil des gewählten Berufes. Ganz sicher sind verschärfte Insider-Gesetze zu begrüßen und ebenso eine stärkere Überwachung des Bankensektors und hier im Besonderen der Bereich Investment-Banking. Letztlich aber bleibt es eine Frage der Moral, wie mit Werten umgegangen wird, die derjenige, der sie handelt, nicht geschaffen hat. Solange in den Banken das Wachstum und die Dividende die höchste Priorität besitzen, wird es auch immer Menschen geben, die dies bis auf das äußerste Ausreizen, zumal wenn keine Kontrollmechanismen greifen. Der wichtigste Lerneffekt beider Filme ist folglich: Traue niemanden und wie es Gecko so schön in Wall Street 1 formulierte: „ ….wenn du einen Freund brauchst, kauf dir einen Hund.“
Bildquelle: Pixabay-User PredragKezic

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