Wie wirkt sich Corona auf die Aktienkurse aus?

Das Thema Corona hat die Börsen und Finanzmärkte im Jahr 2020 fest in der Hand. Die Aktienkurse zeigen weltweit massive Reaktionen auf die Corona-Ausbrüche in Asien, den USA und in Europa. Der folgende Beitrag zeigt, wie die Risiken aktuell bewertet werden sollten.

Gravierende Einbrüche auf den Aktienmärkten

Seit Mitte des Monats Februar sind alle entscheidenden Aktienmärkte auf der ganzen Welt massiv eingebrochen. Der DAX, der deutsche Aktienindex, musste den schnellsten Sturz der Aktienkurse in seiner gesamten Geschichte verbuchen, dabei erreichte er im März den Stand von Sommer 2016. Der MSCI World, der weltweite Aktienindex, war zu Beginn der Krise noch recht stark unterwegs, musste dann aber ebenfalls gravierende Einbrüche verzeichnen.

Seit Krisenbeginn konnte dann bei den Kursen wieder ein wenig Erholung beobachtet werden. Klar wird, dass möglichst breit aufgestellte, weltweite Investitionen durchaus lohnenswert sind. Verglichen mit dem Beginn des Jahres verzeichnet der MSCI World, der sich aus circa 1.600 Unternehmen zusammensetzt, lediglich noch ein Minus von 9,7 Prozent. Verglichen damit liegen andere Indizes in Europa, wie zum Beispiel der DAX, bei rund minus 20 Prozent.

Der MSCI hat unter anderen davon profitiert, dass dort eine Vielzahl von soliden Technologie- und Software-Unternehmen vertreten sind, die aus der Krise, welche das Corona-Virus ausgelöst hat, Vorteile ziehen. Dennoch steigen und fallen die Aktienkurse in kürzester Zeit immer wieder heftig, sodass an den Börsen noch lange keine Ruhe eingekehrt ist.

Keine verlässlichen Zukunftsprognosen für Aktienkurse

Die aktuellen Entscheidungen der Investoren richten sich nach ihren Erwartungen an die zukünftigen Verläufe der Geschäfte, die sich aktuell allerdings kaum seriös vorhersagen lassen. Das Ausmaß der wirtschaftlichen Krise, die auf die Welt zukommt, kann heute noch nicht abgeschätzt werden. Im ersten Quartal des Jahres 2020 ist die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 2,2 Prozent gesunken. Die Hilfspakete, die Regierungen und Zentralbanken nun zur Verfügung stehen, sind aus ökonomischer Sicht absolutes Neuland – auch hier können die Auswirkungen in der Zukunft daher nicht vorhergesagt werden.

Panikverkäufe vermeiden

Diejenigen, die nun ihre Anteile an Fonds und Aktien schnell verkaufen, da die Perspektiven unsicher sind, machen allerdings sehr wahrscheinlich einen großen Fehler. Der Verkauf das Anlangen bei stark fallenden Kursen und ein Wiedereinstieg, wenn die Kurse wieder steigen, ist wirtschaftlich nicht ratsam. Anleger sollten an ihrem Glauben festhalten, dass eine Aktienanlage, die breit gestreut ist, in ihrem Wert langfristig steigt. Die Anlagestrategie sollte in den aktuellen Krisenzeiten nicht als Panikreaktion über Bord geworfen werden.

Nicht besonders hilfreich ist die althergebrachte Weisheit der Börsen, dass Krisen ausgesessen werden müssen, wenn das Geld für ein bestimmtes Vorhaben bereits eingeplant ist. Denn, es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Finanz- und Aktienmärkte auch noch die nächsten Monate – wenn nicht sogar das ganze Jahr – in der Krise verharrt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Quelle: mein-erklaerfilm.de

Optimistisch bleiben

Anleger, die ihr Geld nun dringend benötigen, werden nicht darum herumkommen, die Pläne entsprechend anzupassen. So können zum einen Teile der Gewinne, die in den Vorjahren erzielt wurden, verkauft werden. Wichtig ist dabei, die Regel zu beachten, dass Vermögen aus Aktien nicht auf einen Schlag, sondern strukturiert in mehreren Raten verkauft werden sollte. Zum anderen ist es möglich, die geplante Investition auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass ein Gespräch mit der entsprechenden Bank gesucht wird, bevor das Aktiendepot zerschlagen wird. Vielleicht kann der geplante Kredit für den Immobilienkauf doch ein wenig höher ausfallen – da die Zinsen aktuell äußerst niedrig sind, ist die Belastung dann nicht wesentlich größer.

Generell sollten Anleger, auch, wenn aktuell vor dem Depot ein dickes Minus steht, davon ausgehen, dass der Großteil der internationalen Firmen durch die Corona-Pandemie nicht in seiner Existenz bedroht ist. Der MSCI World umfasst ganze 1.600 Einzelwerte – Optimismus kann in diesen schwierigen und herausfordernden Zeiten also auch auf den Aktienmärkten nicht schaden.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


For security, use of Google's reCAPTCHA service is required which is subject to the Google Privacy Policy and Terms of Use.

I agree to these terms.