28. Januar 2023
Rechteckiges Stück Pappe, auf welchem in rot geschrieben Inflation draufsteht

Inflation, und wie kann man sich davor schützen?

Steigende Preise, gerade für Lebensmittel, die täglich konsumiert werden, lassen den Betrag auf den Bons in den Supermärkten rapide ansteigen. Höhere Preise für Gas und Strom zehren am Einkommen, die Zinsen für das Ersparte liegen weiter unterhalb der Inflationsrate. Diese hatte in Deutschland vor zwei Monaten mit 10 % ihren höchsten Stand, nun liegt sie bei acht Prozent. Bei einer Inflationsrate von 50 % würde man von der Hyperinflation sprechen, aber davon sind wir weit entfernt. Für gesund halten die Ökonomen in Brüssel eine Inflationsrate von 2 %.

Welche Ursachen haben die enormen Preissteigerungen?

Lieferengpässe und unterbrochene Lieferketten durch die Coronapandemie ließen manche Waren zu einem knappen Gut werden und machten sie dadurch teurer. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, steigt infolgedessen auch der Preis. Ein nicht unerheblicher Anteil der Preissteigerungen ist auf den Ukraine-Krieg zurückzuführen. Es liegt nicht nur an der Teuerungsrate für Getreide aus der Ukraine oder dem sehr teuer gewordenen Sonnenblumenöl, sondern an der Unsicherheit. Niemand ist aktuell in der Lage, die Zukunft des Krieges vorherzusagen, geschweige denn Aussagen zu seinem Ende zu treffen.

Welche Formen der Inflation gibt es?

Es hat sich der Begriff schleichende Inflation in den Wortschatz implementiert. Darunter versteht man eine jährliche Preissteigerungsrate von unter 5 %. Dieser Prozentsatz hat keinen wesentlichen Einfluss auf den Konsum. Er ermöglicht es den Bürger:innen und auch den Firmen, zu moderaten Zinsen Kredite aufzunehmen.
Von einer hohen Inflation spricht man, wenn die Preise schneller steigen als die Löhne. Dadurch wird Geldvermögen im wahrsten Sinne des Wortes vernichtet. Die Bürger:innen sowie die Investoren verlieren das Vertrauen in die Währung, was dazu führt, dass sich die Inflation nur noch weiter verstärkt.
Die Hyperinflation mit unkontrollierten und sprunghaften Preissteigerungen von über 50 % kann eine Volkswirtschaft zum vollständigen Erliegen zwingen.

Holzwürfel, die nebeneinander gereiht sind, und zusammen das Wort Preis ergeben

Wer legt den Prozentsatz der Inflation fest?

Zur Ermittlung der Höhe der Inflation dient nach wie vor ein Warenkorb mit etwa 750 Gütern. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten werden hier üblicherweise die Durchschnittspreise und Preissteigerungsraten der Güter ermittelt. Beachtet werden bei der Gewichtung der einzelnen Warenkörbe zur Festsetzung der Teuerungsrate auch die Zusammensetzungen der einzelnen Haushalte. Der Warenkorb eines Single-Haushaltes kann, mit dem einer vierköpfigen Familie nicht verglichen werden. Die berechnete Teuerungsrate ergibt die Inflationsrate einer Volkswirtschaft.

Inflationsgewinner und Inflationsverlierer

Die Inflation schadet den Gläubigern und begünstigt die Schuldner. Wer in den letzten Monaten Post von seinem Kreditinstitut erhalten hat, wird schmerzlicher Weise festgestellt haben, dass sich die Gebühren stark erhöht haben. Die Banken und Sparkassen lechzen nach Mehreinnahmen. Der größte Profiteur aber, weil er auch der größte Schuldner ist, ist der Staat selbst. Übersteigt die Inflationsrate den Zinssatz, den der Staat für seine Kreditaufnahmen bezahlen musste, verringern sich die Staatsschulden von ganz allein.

Wie schütze ich mein Erspartes vor der Inflation?

Der zurzeit höchste Zinssatz für Tagesgeld liegt bei circa zwei Prozent jährlich, gilt jedoch nur für Neukunden. Doch bei einer Inflationsrate von acht Prozent reicht der Zinssatz nicht aus, die Realverluste auszugleichen. Um der Entwertung der Spareinlagen zu entgehen, sind andere Strategien vorzuziehen. Das Zauberwort dieser Tage heißt größtmögliche Diversifikation (vom mittellateinischen diviserficare= verteilen).

Streuen Sie daher Ihr Kapital und investieren es in ganz unterschiedlichen Anlageformen wie Aktien, Edelmetalle oder Beteiligungen an Immobilien. Falls Sie in Edelmetalle investieren wollen, kaufen Sie das Metall selbst und verzichten hierbei auf Zertifikate. Obwohl auch der Preis für Gold großen Schwankungen unterliegt, stieg in den letzten 50 Jahren der Goldpreis einer Unze von 36 $ (1970) auf 1836 $ (04.01.2023).

Hinter jedem im DAX gelisteten Unternehmen stehen echte Werte wie Fabrikationshallen, Grundstücke, der Maschinenpark und Personal. Wenn Sie sich auf dem Aktienmarkt nicht auskennen, sind Exchange Traded Funds, dazu gehören ETFs und Indexfonds, die erste Wahl. Denken Sie beim Kauf von Aktien, ETFs oder Indexfonds nicht in Monaten, sondern in Jahren und wenn möglich über ein Jahrzehnt. Der DAX erwirtschaftete über die Zeit im Schnitt immer eine Rendite von acht Prozent, mal mehr, mal weniger. Schließen Sie sich mithilfe des Internets einer Gruppe an und profitieren vom Erfahrungsaustausch. Es gibt auch private Anlegergruppen, die mit Ihrem Ersparten keinen Gewinn erwirtschaften wollen, aber ihr Wissen und ihre Erfahrungen gerne weitergeben.

Alternative Sachwerte wie Schmuck- und Kunstgegenstände sind für den -normalen-Anleger keine Alternative. Falls Sie im Besitz von Familienschmuck sind, versuchen Sie ihn einfach zu behalten und in nicht in Zeiten von starker Inflation zu Geld zu machen. Vermeiden Sie, wenn möglich, Sparbücher, Tagesgeld- und Festgeldkonten. Das Geld ist zwar sicher dort, aber es vermehrt sich nicht wirklich, schon gar nicht in Höhe der jetzigen Inflationsrate.

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