Die Gerechtigkeit des Mindestlohns

Gar zu gerne schreibt sich die SPD auf ihre Fahnen, dass sie maßgeblich dafür sorgten, dass der Mindestlohn in Deutschland eingeführt wurde. Dabei stellt sich die Frage, ob Menschen, die für dieses Entgelt arbeiten, auch wirklich davon leben können. Mit Sicherheit darf diese Frage niemals verallgemeinert werden. Bezieher des Mindestlohns leben in München oder Köln anders, als es in der Eifel oder dem Thüringer Wald der Fall ist.

Kürzungen durch gesetzliche Abgaben

Der gesetzliche Mindestlohn wurde im Jahr 2015 eingeführt und daran müssen sich alle Arbeitgeber halten. Davon betroffen sind ungefähr 4 Millionen Menschen und das Gesetz zum Mindestlohn legt bindend fest, dass kein Arbeitnehmer weniger als 8,50 € in der Stunde verdienen darf. Dabei handelt es sich um den Bruttolohn und dieser wird durch die gesetzlichen Abgaben empfindlich gekürzt. Gegner des Mindestlohns bemängeln dies und fordern eine Angleichung an die Inflation.

Schlupflöcher für Arbeitgeber müssen verboten werden

Fast alle Gesetzesänderungen bieten für die Arbeitgeber Schlupflöcher, die ihnen erlauben, den gesetzlich verankerten Mindestlohn zu umgehen. Sie engagieren Zeitarbeitsfirmen oder greifen auf Angebote von Subunternehmern zurück. Auch bestehende Tarifverträge lassen Abweichungen zum Mindestlohn zu. Diese Tatsache gilt allerdings nur bis zum 01. Januar 2017. Danach muss das Gesetz zum Mindestlohn bundeseinheitlich durchgesetzt werden. Sollten abweichende Tarifverträge vorhanden sein, so verlieren sie dann ihre Gültigkeit.

Auch beim Mindestlohn gilt, dass Ausnahmen die Regel betätigen

Jugendliche, die das 18. Lebensjahr nicht vollendet haben, sind von der Regelung des Mindestlohns ausgeschlossen. Der Grund für diese Ausnahme liegt in erster Linie darin, dass Jugendliche nicht dazu verleitet werden sollen, eine fundierte Ausbildung zu beginnen. Wer als Berufsanfänger nur auf das Geld schaut, stellt sehr schnell fest, dass er mit Aushilfsjobs wesentlich mehr verdient als mit einem Lehrlingsgehalt.

Langzeitarbeitslose und der Mindestlohn

Das Bestreben des Gesetzgebers liegt immer darin, dass Langzeitarbeitslosen die Chance zum Wiedereinstieg ins Berufsleben ermöglicht wird. Jeder Arbeitnehmer, der länger als 12 Monate arbeitslos gemeldet wurde und danach einen neuen Job fand, ist vom Recht auf den Mindestlohn ausgeschlossen. Diese Ausnahme gilt allerdings nur in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung. Hat er sich nach einem halben Jahr in seinem Job bewährt, kann er den gesetzlich festgelegten Mindestlohn bei seinem Arbeitgeber einfordern.

Die Finanzspritze für das Sozialsystem

Wer mehr verdient, zahlt auch mehr in die gesetzliche Sozialversicherung ein. Also werden Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung spürbar entlastet. Diese Logik sollte bei jedem Arbeitgeber ankommen, dem die Zahlung des Mindestlohns ein Dorn im Auge ist. Auch die Steuereinnahmen des Bundes wachsen. Also profitieren alle davon und es ist ein Schritt in die richtige Richtung, dass er ab dem 01.01.2017 erhöht wird. Klar ist dabei auch, dass die Erhöhung nicht den Vorstellungen der Befürworter entspricht. Es sind die kleinen Schritte, welche den Mindestlohn zum Erfolg führen.

Informationen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

In den meisten Fällen würden wir Ihnen immer den Gang zu einem Steuerberater empfehlen, der Ihnen vor allem als Arbeitgeber zu dem Thema beraten kann. Hierbei geht es nicht um Tipps und Tricks, wie der Mindestlohn umgangen wird, sondern um die richtige Anwendung.

Bildquelle: Pixabay-User iamage4you

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