K├╝nstlersozialkasse – Was ist das?

K├╝nstler

K├╝nstlersozialkasse – oder auch KSK – schonmal geh├Ârt? Nein? So geht es tats├Ąchlich vielen. In dem Segment der K├╝nstler ist diese Sozialkasse sogar gar nicht so unbekannt, allerdings haben auch viele Unternehmen aus v├Âllig anderen Branchen etwas damit zu tun, wissen aber nichts davon. In diesem Text erfahrt ihr sowohl als freischaffender K├╝nstler als auch als Unternehmen das wichtigste, was ihr ├╝ber die KSK wissen m├╝sst.

Unterschied KSK – KSV – KSVG

Die KSV – also die K├╝nstlersozialversicherung – ist ein Teil der deutschen Sozialversicherung, die dazu dient, selbst├Ąndigen K├╝nstlern den Bezug von der gesetzlichen Krankenversicherungen zu erm├Âglichen, anstatt einer privaten Krankenversicherung. Genauso verh├Ąlt es sich mit der Nutzung der gesetzlichen Rentenversicherung, also K├╝nstler m├╝ssen sich nicht selbst um ihre Altersvorsorge k├╝mmern, sondern k├Ânnen auf gesetzliche Renten zur├╝ckgreifen. Die KSKK├╝nstlersozialkasse – ├╝bernimmt die Pr├╝fung der Versicherungsveranlassung der Selbstst├Ąndigen und die Beitragserhebung. Das alles ist im KSVG – dem K├╝nstlersozialversicherungsgesetz – festgelegt und niedergeschrieben.

Seit wann gibt es die KSK?

Die Freischaffende Publizisten, Künstler und Designer haben oftmals kein festes, geregeltes Einkommen. Aus diesem Grund ist die KSVG 1983 inkraftgetreten, verankert im Künstlersozialversicherungsgesetz. Das Gesetz wurde schon 1981 beschlossen. Doch auch heutzutage wissen viele Unternehmen überhaupt nicht, dass es sowas gibt und das sie es sind, die darin einzahlen müssen, nicht die Künstler selbst.

Wozu dient die K├╝nstlersozialkasse?

K├╝nstler erhalten durch die KSK den Zugriff auf die K├╝nstlersozialversicherung. Dahin enthalten sind z.B. Altersvorsorge (also Rentenversicherung), Kranken– und Pflegeversicherung zu g├╝nstigen Konditionen. Die KSK ist allerdings keine Versicherung, sie ├╝berpr├╝ft nur ob du in das Schema passt und soziale Leistungen daraus beziehen darfst. Leistungen sind in diesem Fall das Zahlen eines Anteils der Versicherung. Dank der KSK zahlen die K├╝nstler nur den halben Beitrag zur Sozialversicherung, wie ein normaler Arbeitnehmer.

Beispielsweise zahlt der Arbeitnehmer (K├╝nstler) seine 50% der Versicherung und die andere H├Ąlfte wird aufgeteilt. 20% werden vom Bund, bzw. den Steuerzahlern, ├╝bernommen und 30% werden aus den Verwerterabgaben, also den KSK-Abgaben bzw. gezahlten Beitr├Ągen, gezahlt.

Welche Berufsgruppen d├╝rfen die Leistungen beziehen?

Die Betonung liegt auf d├╝rfen, denn die KSK ist f├╝r K├╝nstler eine freiwillige Sache, eine Versicherungspflicht ├╝ber die KSK besteht nicht f├╝r freiberufliche K├╝nstler. Grunds├Ątzlich ist das nat├╝rlich im Einzelfall zu pr├╝fen, allerdings gibt es einige grundlegende Berufe, die unter die Rubrik fallen:

  • Musiker
  • darstellende Kunst
  • selbstst├Ąndige K├╝nstler
  • Grafik-Designer
  • Layouter
  • Texter
  • Lektoren
  • ├ťbersetzer T├Ątigkeit
  • H├Ârbuch-Sprecher
  • Journalist
  • Fotografen

Die KSK pr├╝ft, ob du bzw. deine Kunden zu diesen Bezugsgruppen z├Ąhlen. Wenn du also selbst├Ąndig im k├╝nstlerischen Bereich t├Ątig bist, kannst du einen Antrag auf die Sozialversicherung f├╝r deine Arbeit stellen.

Wer muss Abgaben an die KSK zahlen?

Wie finanziert sich die KSK? Nicht wie die meisten denken durch Beitr├Ąge der K├╝nstler, sondern jedes Unternehmen, welches eine Dienstleistung von freischaffenden K├╝nstlern, Publizisten, Designern oder sonstigen kreativen und freien Berufen bezieht. Kurz gesagt: zahlen m├╝ssen die Verwerter der Leistungen bzw. Werke dieser jeweiligen K├╝nstler. Sinn ist, dass dieser Beitrag f├╝r die K├╝nstler von der Wirtschaft, also den jeweiligen Verwerter-Unternehmen getragen. Gezahlt werden muss allerdings nur, wenn die Summe der zu zahlenden Rechnungen von kreativen Selbstst├Ąndigen pro Jahr 450ÔéČ ├╝bersteigt.

Gezahlt werden muss ├╝brigens unabh├Ąngig davon ob der K├╝nstler ├╝ber die KSK versichert ist. Ausnahmen bestehen darin, wenn der K├╝nstler eine bestimmte Rechtsform darstellt, die von der KSK aufgeschlossen ist. (Meist wenn es sich um eine juristische Person, anstatt nat├╝rliche Person handelt.) Die Regelung gilt nicht nur bei der regelm├Ą├čigen Auftr├Ągen, sondern auch bei gelegentlichen Auftr├Ągen an kreative Selbstst├Ąndige.

Ob ich Abgabepflichtig bin, stellt die KSK mithilfe eines Fragebogens fest. Auch die Betriebspr├╝fer der deutschen Rentenversicherung pr├╝fen, ob Unternehmen die K├╝nstlersozialabgaben richtig abf├╝hren.

Was passiert, wenn ich nicht zahle?

Wenn eine Firma beispielsweise k├╝nstlerische Leistungen eines Freiberuflers bezieht und keine K├╝nstlersozialabgabe zahlt, kann es zu erheblichen Strafzahlungen kommen. Es gibt n├Ąmlich eine Abgabepflicht, wenn das Unternehmen Auftraggeber f├╝r k├╝nstlerische Leistungen ist. Deswegen sollte sich jedes Unternehmen selbst informieren, ob es zu zahlen hat und welche Rechnungen dort hinzugez├Ąhlt werden. Oftmals kann ein Steuerberater helfen oder du wendest dich direkt an den Support der KSK.

Wenn du es meldest und unmittelbar nachzahlst, muss nicht unbedingt ein Vers├Ąumniszuschlag folgen.

Wie viel muss ich an die KSK zahlen?

Aktuell im Jahr 2020 bleibt die Abgabe gleich mit 4,2% vom Netto-Rechnungsbetrag, den Unternehmen an den jeweiligen K├╝nstler zahlen, also die Umsatzsteuer z├Ąhlt nicht mit rein. Der Betrag wird an die K├╝nstlersozialkasse abgef├╝hrt und nicht mit auf einer Rechnung aufgenommen. Gezahlt wird der gesammelte, prozentuale Betrag aller Rechnungen am Ende des Gesch├Ąftsjahres.

Der Betrag hat sich vom Jahre 2000 oft ge├Ąndert, H├Âhen und Tiefen verzeichnet, und ist seit dem allerdings nur insgesamt um 0,2% gestiegen. Das liegt vielleicht an der steigenden Zahl der Versicherten. Der Hauptanteil liegt hier ├╝brigens bei den bildenden K├╝nsten und auch in der Musikbranche.

Ein Unternehmen sollte also alle Rechnungen ├╝ber Honorare und gezahlten Entgelte von selbstst├Ąndigen K├╝nstlern aufbewahren, denn anhand dessen, berechnet sich die j├Ąhrlich zu zahlende Summe.

F├╝r Unternehmen: Informiere dich jetzt am besten genauestens dar├╝ber, ob deine Firma K├╝nstlersozialabgaben zahlen muss und welche Rechnungen (also von welchen Dienstleistern) dazugez├Ąhlt werden m├╝ssen. Erkundige dich auch, ob du eventuell f├╝r die letzten Jahre nachzahlen musst, um S├Ąumnisgeb├╝hren zu vermeiden.

Als K├╝nstler: Informiere dich ├╝ber die M├Âglichkeiten, die die KSK dir bietet und ├╝berlege dir, ob du in die Kasse einsteigen m├Âchtest. Au├čerdem solltest du dir klar machen, ob du in das Schema der K├╝nstlersozialversicherung passt, um eventuell auch deine Kunden darauf aufmerksam zu machen, dass sie die j├Ąhrliche Abgabe zu leisten haben.

F├╝r genaue und korrekte, aktuelle Informationen besucht bitte die offizielle Seite der KSK. Ich kann euch nur Tipps und zusammengefasste Informationen aus meinen Recherchen vermitteln.

Bildquelle: Pixabayuser Free-Photos

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