Kosten & Finanzierung eines Treppenliftes

Treppenlift

Nicht nur der Anbieter, das Modell und die individuellen Anforderungen geben Aufschluss darüber, was ein Treppenlift kosten könnte. Treppenlift Preise variieren stark nach mehreren Faktoren. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeiten der Kostenübernahme beispielsweise für Pflegebedürftige über die Pflegeversicherung oder über einen Antrag bei der Krankenkasse. Gebrauchte Geräte sind auch eine Option, allerdings ist nicht nur die Qualität entscheidend, sondern Sie benötigen regelmäßige Wartungen, damit der Lift sicher bleibt, egal ob beim Kaufen oder mieten.

Grundsätzliche Fakten für den Einbau eines Treppenliftes

Treppenlifte werden in der Regel bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 130kg hergestellt. Bei einigen Herstellern ist eine Treppenbreite von mindestens 70cm für die Realisierung eines Treppenliftes notwendig, da enge Treppen nicht die Voraussetzungen bieten. Das kommt dabei auch darauf an, ob es sich um gerade oder kurvige Treppen handelt.

Es kommen unterschiedliche Arten von Treppenliften infrage

Eine davon ist der klassische Treppenlift, mit dessen Hilfe ein Sitzträger an einer an der Wand befestigten Schiene elektrisch den Höhenunterschied zwischen den Etagen überwindet. Eine weitere Variante ersetzt den Sitzträger durch eine Plattform, auf der der Rollstuhlfahrer mit seinem Stuhl in die vorgesehene Etage gefahren wird. Der Senkrechtlift ist ebenfalls eine andere Variante, bei dem durch eine senkrecht angebrachte Laufschiene die Person nach oben gefahren wird.

Den besten Treppenlift im engeren Sinne gibt es nicht. Ein qualifizierter Anbieter bietet Ihnen dabei allerdings gute Beratung, damit Sie genau den Treppenlift bekommen, der zu Ihnen passt. Dazu gehört auch eine hohe Service-Qualität nach dem Einbau.

Wodurch berechnet sich der Preis?

Ein Plattformlift benötigt nicht nur eine mindestens bis zur Brusthöhe angebrachte Rundumsicherung auf beiden Etagen, sondern auch einen Deckendurchbruch und ein Gutachten eines Statikers. Der Preis für diese baulichen Anforderungen kann sehr schnell 20.000-30.000 Euro kosten. Es ist auch möglich, den Lift außerhalb des Gebäudes zu montieren, das senkt zwar die Kosten für die baulichen Veränderungen doch kaum günstiger.

Ebenso ist für den Preis des Treppenliftes die Deckenhöhe entscheidend. Während Neubauten vorzugsweise mit Deckenhöhen von 2,50m aufwarten, gibt es in Altbauten oft Deckenhöhen von 3,40m und höher. Das erhöht natürlich den Materialeinsatz und den Preis.

Die technische Geschwindigkeit eines Treppenliftes beträgt 15cm pro Sekunde. Bei einer Deckenhöhe von 2,50m und einer Fahrstrecke von 3,00m sind für eine Fahrt 20 Sekunden zu veranschlagen. Das ist deutlich geringer als ein normales Gehen, bei dem 4-6 km/h gelaufen werden. Wären die Lifte schneller würde die zwölfte Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz greifen und für jeden Lift wäre eine Baumusterprüfung erforderlich, das CE-Siegel anzubringen und viele andere technische Auflagen zu erfüllen. Das würde den Preis für den Lift nochmals deutlich erhöhen.

Ganz entscheidend für die Anbringung eines Treppenliftes ist die Bauform des Flures an sich. Gerade ausgeführte Treppen lassen sich wesentlich leichter mit den Fahrschienen ausrüsten als kurvenreiche Flure oder gar Wendeltreppen. Deshalb ist für die Erstellung eines Angebotes für einen Treppenlift unbedingt eine Vorortbesichtigung angebracht.

Aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen können die Preise stark schwanken. Für einen Sitzlift mit gerader Treppe sind für eine Etage 3.000-8.000 Euro zu veranschlagen. Für die Überwindung einer Etage mit einer Wendeltreppe muss der Käufer mit Kosten zwischen 10.000 und 16.000 Euro rechnen. Soll ein Rollstuhl über eine Etage mitgenommen werden, ist eine Preisspanne von 10.000 bis 18.000 Euro zu erwarten.

Zuschüsse zum Kauf eines Treppenliftes

Voraussetzung für Treppenlift Zuschüsse ist mindestens der Pflegegrad 1. Der Höchstsatz der Förderung beträgt pro Person 4.000 Euro, pro Person deshalb, weil ein Haushalt mit 2 Personen, die einen anerkannten Pflegegrad besitzen, einen Zuschuss von bis zu 8.000 Euro erhalten kann. Bei Seniorenwohngemeinschaften beträgt der Höchstsatz sogar 16.000 Euro. Zu beachten ist jedoch, dass es keinen gesetzlichen Anspruch auf Förderung gibt und diese bei der zuständigen Pflegekasse zu beantragen ist.

Wurde vielleicht die körperliche Beeinträchtigung auf dem Weg zur Arbeit erlitten, könnte auch bei der Berufsgenossenschaft nachgefragt werden. Eine zuvor abgeschlossene Unfallversicherung könnte auch als Förderer infrage kommen, oder im Falle von Fremdverschulden die Haftpflichtversicherung des Verursachers. Im Falle der Mittellosigkeit kann nach einem formlosen Antrag sowohl beim Sozialamt als auch bei der Bundesagentur für Arbeit vorgesprochen werden für einen finanziellen Zuschuss. Durch das Programm Altersgerecht Umbauen der KfW, wäre auch hier ein Zuschuss von bis zu 5000 Euro möglich.

Mieten statt Kaufen

Vorab ist von einem Privatkauf von gebrauchten Treppenliften von Privatanbietern abzuraten, da in diesem Fall weder Gewährleistungs- noch Garantieansprüche gestellt werden können. Es steht aber der Weg der Miete offen. Wenn die Mobilitätseinschränkung nur temporär ist, bleibt ein Mietvertrag die erste Wahl.

Mieten statt Kaufen wäre eine Alternative. Große Firmen bieten in der Regel auch Mietverträge für Treppenlifte an. Meist verlangen sie eine Einmalpauschale um 3000 Euro und eine monatliche Miete von circa 150 Euro, die natürlich die Wartungs- und die Garantieansprüche beinhaltet. Die Demontage der Anlage nach Kündigung des Vertrages wird von der Vertragsfirma selbstverständlich auch übernommen. Bei diesem Modell sind eigene Rechnungen anzustellen. Wie lange wird der Lift im Einsatz sein und ab wann lohnt es sich, einen neuen TÜV geprüften Lift zu kaufen. Das ist jedem selbst zu überlassen. Wichtig, ob der Lift zur Miete angeschafft oder gekauft wird, ist ein funktionierender 24 Stunden Notdienst. Es wäre auch schön, wenn der Hersteller vielleicht eines seiner Referenzobjekte für eine Probefahrt zur Verfügung halten würde.

Fazit

Unser Fazit ist, dass Sie nicht unbedingt nach dem günstigsten Preis Ausschau halten sollten, sondern mehr auf Qualität achten und dabei höhere Kosten akzeptieren sollten. Der Lift sollte auf Ihr individuelles Wohnumfeld angepasst werden, auch wenn beispielsweise ein kurviger Treppenlift etwas mehr kostet. Wenn die Kosten in die Höhe steigen, sollten Sie lieber schauen, ob eine Förderung durch einen Pflegegrad oder eine andere Bezuschussung möglich ist. Informieren Sie sich auch beim jeweiligen Anbieter über die Finanzierung für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.

Von gebrauchten Liften ist in der Hinsicht abzuraten, da Sie dann nicht den Support, Wartung und Notfalldienst eines zuverlässigen Anbieters haben. Das ist für Ihr Sicherheitsgefühl und auch Ihre Sicherheit sehr wichtig und bei gebrauchten Modellen meist nicht üblich. Unser Tipp ist es, sich genauestens über die Treppenlift-Anbieter und die jeweiligen angebotenen Modelle vor der Anschaffung.

Bildquelle: Pixabayuser sabinevanerp

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